Behandlung per Online-Sprechstunde

Die TK bietet als erste Krankenkasse ein vollständig digitales Pilotprojekt zur Fernbehandlung von Versicherten an.

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ich mit einer Migräneattacke oder einem Magen-Darm-Infekt in die Arztpraxis schleppen – das ist nicht nur sehr anstrengend, es besteht außerdem das Risiko, mit weiteren Viren und Bakterien in Kontakt zu kommen oder andere anzustecken. Bei einigen Krankheiten kann deshalb eine Arztbehandlung per Videotelefonie sinnvoll sein, das zeigt nun insbesondere auch die Corona-Pandemie.

Die TK hat sich bereits vor der Krise auf den Weg gemacht, die ärztliche Behandlung auf digitalem Weg voranzutreiben, indem sie ihre Projekte zur elektronischen Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (eAU) und zum E-Rezept zu einem ganzheitlichen Fernbehandlungsangebot vernetzt hat – zur TK-Online-Sprechstunde.

Zunächst konnten Mitarbeitende der TK das Angebot im Rahmen einer Testphase nutzen. Seit Ende April steht das Angebot allen TK-Versicherten zu Verfügung, wenn bei ihnen eine Corona-Infektion oder ein Corona-Verdacht vorliegen.

„Das Projekt zeigt, wie stark die Digitalisierung das Leben von Patienten, Ärzten und Apothekern erleichtern kann.“

Dr. Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstands

Ein digitaler Prozess für alles

Die Behandlung per Videotelefonie läuft dabei über die App TKDoc, über die Versicherte schon seit längerem Zugang zu medizinischen Informationen im TK-Ärzte-Zentrum haben. Neu ist jetzt die Möglichkeit, dass die Ärzte via Videotelefonie Diagnosen stellen und behandeln können. Die Fernbehandlung ist, neben Corona, auf sieben Krankheitsbilder begrenzt, darunter Infekte und Migräne. Patienten treten dabei ausschließlich mit niedergelassenen Ärzten in Kontakt. Ergibt die Behandlung, dass der Patient krankgeschrieben werden muss, wird die Krankschreibung auf digitalem Weg an die TK als Krankenkasse übermittelt. Wird ein Medikament gebraucht, können die Versicherten zwischen einem Papierrezept und einem elektronischen Rezept wählen. Beim E-Rezept erhält der Versicherte einen QR-Code auf sein Smartphone, den er direkt an Apotheken weiterleiten kann. Durch den Botendienst der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause möglich, völlig kontaktlos. Um den direkten E-Rezept-Anschluss an die Apotheken sicherzustellen, haben die TK und der Gesundheitsdienstleister NOVENTI eine gemeinsame Schnittstelle entwickelt, mit der bundesweit bis zu 7.000 Apotheken E-Rezepte erhalten und mit der TK abrechnen können.

Ziel des Projekts, das von einem übergreifenden Team aus Versorgungsmanagement, Online-Kundenservice, Arzneimittel- und IT-Experten sowie dem Justiziariat entwickelt wird, ist es, nun viele Erfahrungen in Bezug auf die Fernbehandlung zu sammeln. Schritt für Schritt wird dann weiter ausgebaut.